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Mittwoch, 31. August 2011

Die Geschichte des Nuklearen Irrtums!


Auszug, frei nach: Die Geschichte des Nuklearen Irrtums!
Stephanie Cooke , Hans Günter Holl



Der Abwurf der ersten Atombombe, Little Boy, am 6. August 1945 über Hiroshima und Fat Man über Nagasaki am 9. August, brachte das alte Weltbild zum Einsturz!

Eine neunzehnjährige Überlebende berichtete später von einer grausigen Szene, als sie plötzlich ein Anblick entsetzte: "Da stand die verkohlte Leiche einer Frau, im Gehen erstarrt, ein Bein angehoben, ihr Baby fest im Arm!"
Wie ein Mahnmal ...


Nach dem 2.Weltkrieg standen die amerikanischen Atom-Wissenschaftler am Scheideweg. Was sollte nun aus ihnen werden. Doch binnen zwei Jahren wussten sie die Antwort, der "Kalte Krieg" mit der ehemaligen allierten Sowjetunion war ausgebrochen.
Ein bekannter Physiker erläuterte 1949 bei einer Konferenz mit Rüstungsbeamten über die Wasserstoffbombe, wie sich im Kriegsfall "radioaktive Produkte" einsetzen ließen, fast als wäre er ein Werbemanager.
Außerdem begannen sie auch die Kernkraft als Quelle der Stromerzeugung zu propagieren.

1954 hatte Lewis Strauss als Vorsitzender der amerikanischen Atomenergiekommission verheißen, die Kernenergie werde eines Tages "to cheep to meter" sein, also zu billig, als dass es sich lohnen würde, den Verbrauch zu messen und abzurechnen.
Doch wurde die Atomenergie weder billig, noch blieb sie auf friedliche Nutzungen beschränkt, da die mit ihr und den Kernwaffen einhergehende Schlüsseltechniken im Grunde identisch sind. 



Die Geschichte von Hiroshima bis Tschernobyl und Fukushima zeigt, dass wir uns umgehend von der Atomtechnologie verabschieden müssen, wenn wir weitere Katastrophen verhindern wollen.



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Samstag, 13. August 2011

Paradigma 3. Jahrtausend

Politik
Die Politik darf nicht mehr vor dem Markt und vor allem vor den weltweiten lobbyistischen Gruppen und den globalen Spekulationen (Wallstreet-Casino-Kapitalismus) kapitulieren.
Die Politik muss die Regeln setzen und die Wirtschaft (Firmen, Konzerne, Finanzinstitute, Banken) muss sich daran halten.


Recht
Das Recht darf nicht mehr nach wirtschaftlichen Zwängen und wirtschaftlichen Gruppeninteressen manipuliert werden. Das Recht sollte auf Basis der Menschenwürde, der Menschenrechte und der Menschenpflichten begründet sein.


Ethik
Die Ethik darf nicht durch die Macht des Profits geopfert werden und die Ethik darf nicht mehr durch das, was Erfolg bringt oder Spaß macht ersetzt werden. Ethische Normen müssen aufgrund bestimmter Lebensbedürfnisse, Dringlichkeiten und Notwendigkeiten der Menschheit zwar angepasst werden, jedoch ethische Grundkonstanten (du sollst nicht stehlen, betrügen, übervorteilen), die derzeit durch den Wallstreet-Casino-Kapitalismus ausgehebelt worden sind, müssen wieder aktuell sein.


Werte
Die Werte – Fleiß, Rationalität, Ordnung, Gründlichkeit, Leistung, Effizienz, … - sollen nicht abgeschafft werden, jedoch mit den Werten der Sensibilität, Emotionalität, Imagination, Menschlichkeit, … kombiniert werden.


Wirtschaft
Die Wirtschaft muss wieder im Dienst übergeordneter ethisch-politischer Ziele stehen. Die Politik darf nicht mehr als verlängerter Arm der Wirtschaft funktionieren, da sie so die rechtlichen Rahmenbedingungen nicht setzen kann.


Markt
Der Markt muss von wirtschaftsfreundlichen, jedoch ordnungspolitischen und ethischen Rahmenbedingungen abhängen.


Wallstreet-Casino
Es muss eine Lösung gefunden werden, die verhindert, dass dieses Casino weiterhin ohne jegliche Selbsthaftung, mit fremden Geld auf Rechnung anderer spielt und mit Wetten auf fallende Kurse auch noch an Verlusten verdient, sowie abertausende Arbeitsplätze ruiniert und sogar durch Spekulationen Länder vor den Staatsbankrott bringt.
Diese Aufgabenstellung wird auch nur zu lösen sein durch internationale Aktionen wie: intern. Superregulatoren, Welt-Zentralbank, intern. Wechselkurs- und Transaktionssteuern, globale Schuldenversicherungsargenturen.


Wissenschaft
Die Wissenschaft muss wieder die Funktion einer möglichst objektiven und  kritischen Kontrollinstanz einnehmen. Wissenschaft darf nicht mehr den wirtschaftlichen Interessen der Großindustrien, wie dem Moloch der Waffen-, Pharma- und Lebensmittelindustrie, etc., etc., ausgeliefert sein.


Kultur
Kunstwerke sollen nicht mehr nur Ware und/oder Spekulationsobjekte, also nicht mehr Kommerz und Zuträgerin des Marktes sein.


Religion
Religiöse Interessen, vertreten durch Kirchen und Institutionen der verschiedensten Glaubensgemeinschaften, gehören ersten nur in den Privatbereich und dürfen den staatlichen Gesetzen nicht widersprechen, bzw. müssen sie sich auch an die Menschenrechte halten und die Menschenwürde nicht verletzen. 
Die Verantwortlichen der Weltreligionen und Weltideologien, müssen endlich auch in globalen Zusammenhängen denken und handeln, jedoch auch den konkreten, einzelnen Menschen nicht aus dem Auge verlieren.


Paradigmenwechsel
Der schon längst benötigte Paradigmenwechsel muss eine globale Marktwirtschaft sein, die auf humane und soziale Ziele politisch verpflichtet wird. Durch den Paradigmenwechsel müssen wir auch unbedingt von der eurozentrischen, zur polyzentrischen Wirtschaft kommen, d.h. wir alle müssen uns an die globalen Bedingungen in vernünftiger Weise anpassen.


Parole
Die Parole für dieses, dem 3ten Jahrtausend muss lauten: 
- Verantwortung der Weltgesellschaft für ihre eigene Zukunft, 
- Verantwortung für die Mitwelt und Umwelt, 
- sowie auch für den Menschen selbst und deren Nachkommen, der Nachwelt.
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Geforderte Ethik: Verantwortung für Mitwelt, Umwelt und Nachwelt!

Verantwortung ist die Verpflichtung für etwas Geschehenes einzustehen & in konflikthaften Entscheidungen gewissenhaft Pflichten und Folgen abzuwägen!

Die Verantwortung gilt für Mitwelt, Umwelt und Nachwelt!



Schon im Revolutionswinter 1918/1919 hat der Soziologe Max Weber eine Ethik der Verantwortung vorgeschlagen.

- Diese Ethik ist auch nicht gesinnungslos, fragt jedoch realistisch nach den vorhersehbaren Folgen unseres Handelns und übernimmt dafür die Verantwortung. - So sind Gesinnungsethik und Verantwortungsethik keine Gegensätze, sondern Ergänzungen, die erst den echten Menschen ausmachen, der den Beruf zur Politik haben kann.

- Ohne Gesinnungsethik verkäme (VERKAM!) die Verantwortungsethik zur gesinnungslosen Erfolgsethik, der jedes Mittel recht ist.

Der ehemalige Präsident der EZB, Jean-Claude Trichets, forderte die Teilnehmer in einem europ. Bankenkongress auf:"Der Finanzsektor darf nicht vergessen, dass er der Realwirtschaft zu dienen hat und nicht umgekehrt!"


Dies ist meiner Meinung nach auch 1:1 umlegbar:
"Die Politik darf nicht vergessen, dass sie (zumindest in einer Demokratie) dem Volk zu dienen hat und nicht umgekehrt!"


Auszüge & frei nach: Anständig wirtschaften / von Hans Küng

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Mittwoch, 10. August 2011

Wenn das Kapital sich für Folgendes entschuldigt:

Aus einer Erklärung der Kommunistischen Partei Australiens!

Vermittelt über: Ben Kanaan
https://www.facebook.com/note.php?note_id=255511624479022



Wenn das Kapital, die herrschende Klasse, sich für Folgendes entschuldigt:

Kolonialismus, den 14-Stunden-Tag, Klassenprivilegien, die 7-Arbeitstage-Woche, Kinder in Kohleminen, die Opiumkriege, das Massaker der Pariser Kommune, Sklaverei, den spanisch-amerikanische Krieg, die Burenkriege, Hungersnot, Apartheid, Anti-Gewerkschaften Gesetze, den ersten Weltkrieg, Flandern, Stellungskrieg, Senfgas, Luftbombardements, Operation Barbarossa, den Genozid an den Armeniern, Chemische Kriegswaffen, Faschismus, die Weltwirtschaftskrise, Hungermärsche, Nazismus, den spanische Bürgerkrieg, Guernica, Militarismus, Asbestose, Strahlungstod, das Massaker von Nanking, den zweiten Weltkrieg, , Babi Jar, Warschauer Ghetto, Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Bergen-Belsen, Buchenwald, Dachau, Dresden, Hiroshima, Rassismus, die Mafia, Nuklearwaffen, den Korea-Krieg, die McCarthy-Ära, Fließbandarbeit, schwarze Listen, Thalidomid, die Vergewaltigung der dritten Welt, Armut, das Wettrüsten, plastische Chirurgie, den elektrischen Stuhl, Umweltverschmutzung und -Zerstörung, den Vietnam Krieg, die militärische Unterdrückung Griechenlands, Indien, Malaya, Indonesien, Chile, El Salvador, Nicaragua, Panama und der Türkei, den Golf-Krieg, Organhandel, Mangelernährung, Exxon Valdez, Wäldervernichtung, organisiertes Verbrechen, Heroin- und Kokainhandel, Tuberkulose, das Ozonloch, Krebs, Ausbeutung der Arbeit und den Tod von 50.000.000 Kommunisten und Gewerkschaftlern im 20. Jahrhundert allein,

dann – und nur dann –
werde ich überlegen, mich für die Fehler des Sozialismus zu entschuldigen.“



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Montag, 8. August 2011

Zeitenwende

Kapitel 9 des Buches WEHRT EUCH

Weit über zweihundert Jahre sind seit der französischen Menschenrechts-erklärung vergangen. Es war eine Zeit der Aufklärung, der Irrungen, der Wirrungen, der Kriege, der Völlerei, der Armut, der Kolonialisierung, der blutigen Niederschlagung von Freiheitsbewegungen, der Ausbeutung von Menschen und Ressourcen, des Rassenhasses, der Überheblichkeit, der Säkularisierung, des Luges, des Betruges, der Zerstörung und der vergebenen Chancen.
Besonders die Kolonialmächte Frankreich, Belgien und England haben grosse Schuld auf sich geladen. Zunächst verknechteten sie zahlreiche Länder, dann, als dies nicht mehr opportun war, entliessen sie ihre Kolonien in eine sogenannte Scheinselbstständigkeit, mischten aber nach wie vor bei der Sicherungen ihrer Ressourcen und der Besetzung der Statthalter durch ihre Geheimdienste kräftig mit. Wenn es sein den musste, auch mit roher Gewalt, mit Putschen, Umstürzen , Mord, Totschlag und Korruption.
Um unser Gewissen zu beruhigen, spenden wir für die notleidenden Kinder der dritten Welt. Wir hätten ihnen nur anständige Preise für ihre Bodenschätze bezahlen müssen und die Markenfabrikanten durch Konsumentenstreiks dazu zwingen müssen, die Arbeit für unsere Schuhe und Kleider menschenwürdig zu entlohnen, dann müsste kein Kind verhungern. Im Moment verhungert jede zehn Sekunden ein Kind in der sogenannten dritten Welt. Daran tragen die Industrienationen und unser Konsumverhalten die alleinige Schuld!
Vorallendingen die gebildete Mittelschicht und die junge Intelligenz wollen nun teilhaben an den Früchten der Freiheit, der freien Meinungsäusserung, des geregelten und existenzsichernden Einkommens. Zaghafte erste Versuche, diese Segnungen der Menschenrechte einzufordern, wurden noch wenig von ihren Despoten beachtet oder mit den üblichen Mechanismen von Gewalt, Folter, Mord oder einer korrumpierter Justiz im Keime erstickt.

Die Industrienationen nahmen dieses Rumoren, diese Rufe nach Freiheit nicht zur Kenntnis und führten bis in die jüngste Zeit ihre Geschäfte mit ihren Despoten fort. Sie hatten sich an die scheinbare politische Stabilität, die ihnen die Despoten garantierten, gewöhnt.
Sie hatten sich an die jahrzehntelangen Mechanismen des Handels, des Gebens und Nehmens und an die in der Zwischenzeit alt gewordenen harten Diktatoren gewöhnt. Sie empfanden nichts mehr dabei, mit Massenmördern, Folterern, Menschrechtsverletzern zu dinieren und gute Geschäfte zu machen.
Doch die Jugend der Welt gibt keine Ruhe mehr. Sie twittern weiter um die Welt, sie dürsten nach Informationen und nach der Freiheit. Mit friedlichen Mitteln fordern Sie ihre Rechte ein und verjagen zuerst in Tunesien den omnipotenten Trabelsi – Clan, der bis vor wenigen Monaten noch von Frankreich hofiert wurde. Die sanfte Yasmin – Revolution war geboren. Die Jugend erkannte, dass sie gegen die omnipotenten Militärmachthaber keine Chance hatten. Sie besannen sich auf Mahatma Ghandi, der das englische Weltreich mit Gewaltlosigkeit in die Kniee zwang. Dieser demonstrativen Gewaltlosigkeit hatten die nur auf Gewalt und Waffen fixierten Diktaroren nichts entgegen zu setzen.
Während sich die geknechtete Jugend gegen die Politverbrecher, Despoten und Kleptokraten erhebt, taumelt der Westen hilflos zwischen der Angst, ihren Geschäftspartner zu verlieren und dem unüberhörbaren Ruf nach Freiheit. Die westlichen Demokratien versagen jämmerlich mit ihrer scheinheiligen These "Der Despot oder der Gottestaat". Dass dies eine Schutzbehauptung der Profiteure der Despoten ist, sieht der Zuschauer jeden Tag im Fernsehen.

Die jugendliche Intelligenz und die bürgerliche Mittelschicht will k e i n e n islamischen Gottesstaat nach iranischem Vorbild, sondern Freiheit! Bei freien und geheimen Wahlen unter der Aufsicht von UN-Beobachtern würde die Moslembruderschaft in Ägypten nicht einmal über 30% kommen. Die Ägypter sind zwar mehrheitlich Moslems, lehnen jedoch den islamistischen Gottesstaat mit seiner Scharia, der noch im Mittelalter lebt, rundweg ab.
Die letzten Zuckungen des ägyptischen Regimes waren das Aufgebot von entlassenen Verbrechern aus den Gefängnissen, von Polizisten in Zivil und von verkleideten Geheimdienstlern der Regierung Mubarak. Hier von einer Konterrevolutuin zu sprechen, ist eine gequälte Rabulistik der Presse des Westens.

Das schlimmste, was die westlichen Demokratien fürchten, ist ihre eigene Desavourierung, da sie bis vor wenigen Monaten diesen Politverbrechern noch mit Küsschen in Berlin, Paris und London den Hof gemacht hatten. Das zweitschlimmste Szenario für den Westen wäre, wenn die Bürgerrechtsbewegungen siegen würden und die gestohlenen Blut-Gelder, allein aus Ägypten sind es 40 Milliarden Dollar, aus der westlichen Wirtschaft abgezogen und in die heimische Wirtschaft investiert würden.
Nur so ist das zögerliche Handeln der EU und der europäischen Staaten zu erklären. Lieber malen sie das unrealistische Szenario eines Gottestaates an die Wand, um das eigene Volk zu verwirren. Ein schändliches Treiben!
Die Staatslenker, die meinen besonders schlau zu sein, in dem sie sich fein heraushalten aus dieser Erneuerung der Menschenrechte, wird die Geschichte hinwegfegen. Sie verraten jede Moral für einen kurzfristigen, kleinbürgerlichen Vorteil. Ihre Zeit läuft gerade ab. Und dies nicht nur in Afrika, Asien, Arabien, sondern auch in Europa. Die Zunkunft gehört den Menschenrechten und der Gerechtigkeit !

Die Reiche der Zukunft sind die Reiche des Geistes!
(Winston Spencer Churchill)

Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback
Preis: € 4,90
Verlag: BoD Book on Demand bod.de
www.monsieurrainer.com



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Die Totengräber Europas #8

Kapitel 8 des Buches WEHRT EUCH

Über hundert Millionen Tote und ein unbeschreibliches Leid und Elend hat der Chauvinismus und der Hass der Völker Europas im 20. Jahrhundert gekostet. GENUG, sagten sich aufrechte Männer nach dem Schrecken des zweiten Weltkrieges und setzten sich zusammen, um ein Papier zu entwickeln, das bahnbrechend für ein vereintes Europa werden sollte. 

Im Jahre 1950 wurden die römischen Verträge geschlossen, im Jahre 1953 folgte die Menschenrechtserklärung, die bis heute die Grundlage eines Zusammenlebens der Völker in Frieden und Freiheit gewährleistet. Es wurde ein eurpäischer Gerichtshof, ein Cour européenne des droits de l’homme, eine europäisches Parlament, eine mehr oder weniger demokratisch legitimierte Kommission in Brüssel gegründet, die alles in allem viel mehr erreicht haben, als die Väter Europas je erwartet hatten. Die Grenzen wurden durch das Abkommen von Schengen eingerissen, die Reisefreiheit der Völker Europas wurde eingeführt. Sogar eine gemeinsame Währung erhielt Europa, den Euro.

Und bei dieser Einführung des Euro wurden entscheidende Fehler gemacht. Man nahm alle damaligen Mitglieder in diese Eurozone auf, ohne genau zu prüfen, was das für nationalökonomische Auswirkungen für die Länder haben würde und ob sie überhaupt die Maastricht – Kriterien erfüllen.
Es gab keine europäische Wirtschaftsregierung oder wenigstens eine ökonomische Koordination der europäischen Gemeinschaft.

Es war eine politische Entscheidung, die schwachen Länder in die Eurozone aufzunehmen. Die nicht demokratisch legitimierte EU – Kommission und die Politiker der Mitgliedsländer beschlossen die Einführung des Euro. Diese Kommission und die Politiker Europas sind aber alles mögliche, bloss keine Kaufleute oder gar Nationalökonomen. Es sind Juristen, Soziologen, Philologen, Politologen, Physiker, Theologen und Beamte, die sich anmassen, eine der grössten Wirtschaftsmächte der Welt führen zu können. Sie könnten nicht einmal eine Würstchenbude auch nur eine Woche führen ohne bankrott zu gehen.

Deutschland hat am stärksten von der Einführung des Euro profitiert. Es produzierte mit Billiglöhnen ohne einen gesetzlichen Mindestlohn wie fast alle Partner in der EU auf Teufel komm raus zu Preisen, die niemand mehr unterbieten konnte und überschwemmte die EU mit ihren Waren und Waffen. 

Dadurch entstand ein gigantischer Aussenhandelsbilanzüberschuss, der zu Lasten der ärmeren Länder ging. Die nationalen Volkswirtschaften von Portugal, Spanien, Italien und Griechenland halten diesem deutschen Wirtschaftsdruck nicht länger stand. Wenn Deutschland Obst, Oliven, Schafskäse und Salate billiger in die deutschen Filialen grosser Supermarktketten in die südeuropäischen Länder liefern kann, als der einheimische Bauer, dann verelendet Südeuropa unter dem Handelsdruck Deutschlands.

Und nun kommen die amerikanischen Ratingagenturen ins Spiel. Wie Aasfresser kreisen sie über den maroden Volkswirtschaften Südeuropas. Wie haben die Politiker getönt nach der Finanzmarktkrise? Sie wollten die Banken regulieren, sie wollten eine Finanzmarkttransaktionssteuer einführen, ja sie wollten sogar eine eigene europäische Ratingagentur eröffnen, um nicht länger von den Zocker – Launen der amerikanischen Ratings abhängig zu sein.
Was ist daraus geworden?
Nichts!

Stattdessen werden hilflos immer neue Milliardenhilfsprogramme aus dem Boden gestampft, um den Staatsbankrott der Südeuropäer abzuwenden. Mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns hat das alles wenig zu tun. Wie auch? Die Politiker sind ja keine Kaufleute, sie haben noch nie etwas von Milton Friedmann oder John Maynard Keynes gehört oder gelesen. 

Wie kann man diesen Europäern helfen? Durch Ausschluss aus der EU? Durch Wiedereinführung zum Beispiel der Lira, der Pesos und der Drachme? Durch grosse Sparpackete, die die Rezession der Länder noch verstärken? Durch chauvinistisches Gewäsch der deutschen Kanzlerin, dieses faule Pack solle mehr arbeiten, weniger Urlaub machen und später in Rente gehen? Das ist alles volkswirtschaftlicher Unsinn, unsäglich dumm, menschlich niederträchtig und sachlich falsch! 

Was diese Länder brauchen ist ein Abbau des deutschen Aussen-Handels-Bilanz-Überschuss durch gesetzliche Mindestlöhne in Deutschland, ein zehnjähriges Schuldenmoratorium und ein europäischer Marshall – Plan zur Wiederankurbelung ihrer Volkswirtschaften. Dies alles begleitet mit sinnvollen Sparmassnahmen, Repatriierung von Fluchtgeldern, einer strengen europäischen Bankenaufsicht und einer europäischen Ratingagentur. 

Wer heute so grosskotzig über die Südeuropäer herzieht und sich wie kleine spiessige Krämerseelen aufspielt, der hat nichts verstanden von der grossartigen Idee der Gründerväter Europas. Ein Europa des Friedens, der Freiheit, der Gleichheit und der Brüderlichkeit unter den Völkern!
Merke: Es gibt Untaten über welche kein Gras wächst.
(Johann Peter Hebel)

Autor: Rainer Kahni gen. Monsieur Rainer
Titel: WEHRT EUCH!
ISBN 978-3-8423-7159-0
72 Seiten Paperback
Preis: € 4,90
Verlag: BoD Book on Demand bod.de
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Sonntag, 7. August 2011

Atomstrom ist die TEUERSTE Energieform !!!

Die von den Energieversorgungsunternehmen gemachten Angaben über den preisgünstigen Atomstrom entsprechen nicht der Wirklichkeit, wenn man die Gestehungskosten, wie in jedem anderen Unternehmen üblich, nach betriebswirtschaftlichen Grundsätzen errechnet und in die Kostenrechnung mit einbezieht.

A Die von Regierungen zur Verfügung gestellten Zuschüsse.

B Die Abschreibungen aus den Investitionen für den Bau von Kernkraftwerken unter Zugrundelegung ihrer tatsächlichen Lebensdauer.

C Die Kosten für die Zwischenlagerung und Endentsorgung von Nuklearmaterialn, die bis heute noch nicht einmal überschaubar sind.

D Die Kosten für ausgediente Atommeiler und die hierbei entstehenden Folgekosten.

E Die staatlichen Aufwendungen für den Polizeischutz der Anlagen und  Transporte, sowie bei Demonstrationen, die von jedem anderen Unternehmen und auch vom Bürger gezahlt werden müssen, wenn er Polizeischutz in Anspruch nimmt.

F Die Kosten für die öffentlichen Kontrollen durch die zuständigen Überwachungs- und Prüfungsinstanzen.

G Die Kosten für die, vor Ablauf ihrer Nutzungsdauer, stillgelegten Atomkraftwerke und nukleare Einrichtungen.

weitere mögliche Zusatzkosten:
H Die Kosten für den wirtschaftlichen (Wieder-) Aufbau zur Beseitigung der Auswirkungen von grenzüberschreitenden Störfällen oder Supergaus der Nukleartechnologie (siehe auch Tschernobyl und Fukushima).

I Die Kosten zur Beseitigung der kurz- bis langfristig auftretenden Gesundheitsschäden durch grenzüberschreitenden Störfällen oder Supergaus der Nukleartechnologie (siehe auch Tschernobyl und Fukushima).
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Auszüge und frei nach:
Neues Energiezeitalter, alternative Energiequellen; Prof. Wilhelm Seibel
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Freitag, 5. August 2011

Auszüge aus "Die dritte Kategorie"

Auszüge aus "Die dritte Kategorie"
von Frank A. Meyer
Nichts weniger als die Demokratie steht auf dem Spiel!

Sie wird machtvoll und systematisch unterspült wie noch nie seit dem 2.Weltkrieg, und zwar durch zentrale Akteure des eigenen Systems: die global operierende Finanzwirtschaft.
Ratingargenturen, die Zuhälter der Spekulanten, treiben ganze Volkswirtschaften vor sich her, von Griechenland über Italien und Portugal bis in die USA.

Denn das Spiel mit Staatsanleihen & Währungen ist lukrativ:
Die Zocker von Goldmann Sachs erwirtschafteten jüngst in 100 Tagen Devisenhandel knapp 2 Tage lang Verluste - die übrigen 98 Tage waren eitel Profit.
Mit solchen Gegnern muss die Politik es heute aufnehmen: mit einem Wirtschaftssektor, der sich zur Weltmacht aufgeschwungen hat, dessen Paten über das Schicksal von Staaten und Menschen herrschen, und zwar ganz direkt, ganz konkret, ganz brutal - von der Staatspleite, mit der sie ihre Geschäfte machen, bis zur Vernichtung der Arbeitsplätze, die sie als Kollateralschaden ihres Gewinnspiels verbuchen.

Wie Frankreichs Feudalherren zur Zeit Ludwig des XVI. fühlen sich die Feldherren der Finanzwirtschaft zwar noch fest im Sattel, doch genau wie der verkommene französische Adel haben sie die Akzeptanz beim Volk verloren.
"Die Macht der Märkte", wie der globale Gierkrieg abstrackt umschrieben wird, dient nur noch sich selbst.
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Kommentare dazu vom deutschen Ex-Bundeskanzler Helmut Schmidt:
- Das Wort Investmentbanker ist nur ein Synonym für den Typus Finanzmanager, der uns alle, fast die ganze Welt, in die Scheiße geritten hat ...
- Ich teile die Menschheit gern in 3 Kategorien ein:
1. Die normalen Menschen. Wir alle haben sicher als Jungs mal Äpfel geklaut, aber dann sind wir doch anständige Kerle geworden (...)
2. Da sind die mit einer kriminellen Ader. Die gehören vor Gericht ...
3. Die dritte Kategorie sind Investmentbanker & Fondsmanager.

Lausbuben, Kriminelle, Finanzmanager - welch eine Steigerung!

Siehe auch: Cicero; August 2011, Seite 39
oder: http://www.cicero.de


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Die zehn größten Irrtümer über die EU

1. Brüssel ist ein Moloch, zu groß und zu teuer.
Im Jahr 2010 hat die EU rund 141 Milliarden Euro ausgegeben, also 282 Euro pro EU-Bürger und Jahr. Die meisten Vereine sind teurer.


2. Die EU hat zu viele Beamte.
Kommission, Ministerrat und Parlament zählen zusammen etwa 32.500 Bedienstete. In der Stadtverwaltung von München arbeiten 33.000 Menschen.


3. Die EU leistet nichts.
Ein Vorwurf, den nur erheben kann, wer politisch Maß und Kompass verloren hat. Reisen ohne Schlagbaum und Pass. Der gemeinsame Markt. Der Euro. Freiheit für alle, die etwas tun, lassen, lernen oder anbieten wollen. So beginnt das Leistungsverzeichnis.


4. Europa geht an den Bürgern vorbei.
Ist es nicht genau umgekehrt? Manchmal braucht Gegenrede die Gegenfrage, und für eine Wahlbeteiligung von 43 Prozent bei den jüngsten Wahlen zum Europaparlament ist nicht „Brüssel“ verantwortlich.


5. Die EU regelt nur, was keiner braucht.
Apropos Glühbirnenverbot und Gurkenkrümmungswinkel: Das eine war der Wunsch so ziemlich aller Umweltpolitiker; nach dem anderen hatten die Gemüsebauern lauthals gerufen.


6. Der EU fehlen Gesicht und Stimme.
Es sind eher zu viele Gesichter und zu viele Stimmen: ständiger Ratspräsident, rotierender Ratspräsident, Kommissionspräsident und auch noch die Außenbeauftragte. Aber gerade ein derart komplexes, kulturell vielgestaltiges Gebilde wie die EU braucht Proporz bei den Topjobs.


7. Immer wenn es hart auf hart kommt, fällt der EU nichts ein.
So wirkte es, als in Arabien die Menschen zu rebellieren begannen. Tatsächlich aber hatte die EU recht konkrete Pläne, allein die Mitgliedstaaten verfolgten eigene Vorstellungen und ließen Europa (wieder einmal) nicht zum Zuge kommen.


8. Die ganze Konstruktion ist undemokratisch.
Moment: Das Parlament ist direkt gewählt, im Ministerrat und auf den Gipfeln sitzen die Vertreter frei gewählter Regierungen, die ihrerseits die EU-Kommissare benennen. Somit hat auch die Kommission, diese mächtige Behörde, eine abgeleitete Legitimation.


9. Die EU ist schwerfällig.
Falsch, die EU arbeitet behutsam. Beharrlich produziert sie beinharten Konsens. Wer möchte schon Entscheidungen von großer Tragweite übers Knie brechen – sei es zur CO2-Reduzierung von PKWs, sei es zur Trennung von Stromerzeugung und Versorgernetzen oder zum europaweiten Datenschutz.


10. Staatenbund oder Bundesstaat – die EU hat keinen rechten Begriff von sich selbst, kein Ziel.
Braucht sie auch nicht, da sie offen zur Weiterentwicklung ist. Schon jetzt bändigt sie die Gespenster von Europas selbstzerstörerischer Vergangenheit. Fürs Erste reicht das.


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Der dritte Weg zwischen Kapitalismus & Sozialismus

Von Shlomo Avineri
Der Autor ist Emeritus für Politikwissenschaft an der Hebräischen Universität Jerusalem.
Avineri hatte Gastprofessuren an den Universitäten Yale, Cornell, University of California, Oxford, Central European University (Budapest) und 2003 auch am Geschwister-Scholl-Institut der LMU München.

siehe auch seine Weke:
  • The Social and Political Thought of Karl Marx (1968)
  • Karl Marx on Colonialism and Modernization (1968)
  • Israel and the Palestinians (1971)
  • Hegel's Theory of the Modern State (1972)
  • Marx's Socialism (1973)
  • Varieties of Marxism (1977)
  • The Making of Modern Zionism (1981)
  • Moses Hess: Prophet of Communism and Zionism (1985)
  • Arlosoroff: A Political Biography (1989)
  • Communitarianism and Individualism (co-editor with Avner de Shalit) (1992)
  • Europe's Century of Discontent (co-editor with Zeev Sternhell) (2003)
  • Moses Hess: The Holy History of Mankind & Other Writings (2004)
  • "Herzl - An Intellectual Biography" (2008, in Hebrew)
Shlomo Avineri (* 1933 in Bielitz, Schlesien, Polen) ist ein israelischer Politologe und Historiker deutsch-jüdischer Herkunft. Er ist Professor an der Hebräischen Universität von Jerusalem.
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Theodor Herzl war kein Sozialist, doch er verstand sehr gut, dass ein revolutionäres Werk wie der Zionismus nicht gelingen kann, wenn es sich nur auf das Modell des kapitalistischen Marktes stützt. Aus diesem Grund beschreibt er das damals zu künftige Israel als Wohlfahrtsgesellschaft, als einen dritten Weg zwischen Kapitalismus und Sozialismus.

Er stellte sich eine Gesellschaft vor, in der die Schätze der Natur, wie Boden, Wasser und Mineralien, in den Händen der Allgemeinheit sind. Industrie und Landwirtschaft sind hauptsächlich genossenschaftlich organisiert, der Einzelhandel ist in Privathand. Die Gesellschaft sorgt für ihre Bürger für Erziehung, Gesundheitsversorgung und soziale Fürsorge, und um die sozialen Einrichtungen mit Personal zu versorgen, sind Männer wie Frauen zu einem zweijährigen Zivildienst verpflichtet. Herzl nennt diesen Mittelweg „Mutualismus“, er basiert auf den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Erfahrungen in Europa: Vom Kapitalismus entlehnt er für die zukünftige jüdische Gesellschaft den Grundsatz von Freiheit und Wettbewerb, aus dem Sozialismus den Grundsatz von Gleichheit und Gerechtigkeit.

Diese Dinge sind heute genauso richtig – und revolutionär – wie bei Erscheinen des Buches 1902. Die zionistische Bewegung, die jüdische Besiedlung Eretz Israels und auch der Staat Israel während der ersten Jahrzehnte nach seiner Gründung – sie alle sind diesen Weg gegangen, an dessen Anfang das Bewusstsein steht, dass gesellschaftliche Solidarität eine Vorbedingung für das Gelingen des zionistischen Projekts darstellt. Es ist kein Zufall, dass Israel als Vorbild für so viele Menschen und Bewegungen im Westen gedient hat. Es ist ihm gelungen, – unter erschwerten Bedingungen – Demokratie und Freiheit mit dem Grundsatz gesellschaftlicher Solidarität zu verbinden. Es fällt schwer zu behaupten, Israel sei eine vorbildliche Gesellschaft gewesen. Übertriebene Idealisierung ist hier nicht angebracht, doch dass es gelungen ist, einen gesellschaftlichen Zusammenhalt und ein relativ hohes Maß an Gleichheit zu erreichen, war ein beeindruckender Erfolg.

Diese Kombination hat der Arbeitsbewegung ihre Bevorzugung gegenüber der revisionistischen Bewegung eingebracht, die sich traditionell auf nationale und staatliche Ziele beschränkt hat. Der Wohlfahrtsstaat, der in Israel errichtet wurde, ermöglichte es, Millionen Einwanderer aus armen Ländern in Osteuropa und dem Nahen Osten zu integrieren – eine unglaubliche Aufgabe, deren Bewältigung trotz bestehender Fehler historisch in ihren Dimensionen ohnegleichen ist. Und all dies geschah nicht in einem reichen skandinavischen Land oder in der Schweiz, sondern in einer armen Gesellschaft mit begrenzten Mitteln, die einer staatlichen und sicherheitspolitischen Blockade unterlag. Diese Erfolge schätzen wir viel zu gering.

In der Welt hat sich vieles geändert, und das historische Scheitern der Arbeitsbewegung war, dass es ihr letztendlich nicht gelungen ist, das System an diese Veränderungen anzupassen. Anstelle dessen wurde ein simples Modell der Privatisierung eingeführt, das die neo-kapitalistische Wirtschaftsordnung von Ronald Reagan und Margaret Thatcher vor Augen hatte. Die Likud-Regierungen haben diese Schritte eingeleitet, aber man kann nicht leugnen, dass auch die Arbeitsbewegung den Glauben an den eigenen Weg verloren hat.

Der gesellschaftliche Protest, der sich jetzt Bahn bricht, ist ein Resultat der Verwerfungen, die dieser ungezügelte Markt verursacht hat. Hand in Hand damit gingen – aus Gründen der (Koalitions-)Politik – ein umfassendes System von staatlich subventioniertem Wohnraum, von Beschäftigung im öffentlichen Sektor und übertriebene Steuererleichterungen für den Siedlungs- und den ultraorthodoxen Sektor. Diese beiden subventionierten Sektoren wurden vom Militärdienst und den wirtschaftlichen Erfolgen derselben jungen Menschen geschultert, die jetzt demonstrieren. Es ist klar, warum nur wenige Siedler und Religiöse unter den Demonstranten sind: der Staat nährt sie an seiner Brust, völlig unabhängig von ihrem ökonomischen Beitrag.

Es ist schwierig zu sagen, wohin diese Demonstrationen führen werden. Doch es ist klar, dass hier drei revolutionäre Dinge geschehen sind: Erstens sind die Demonstranten keine Ultraorthodoxen, fanatische Rechte oder solche, bei denen Sheikh Jarrah oder Bi‘ilin ganz oben auf der Agenda stehen – es ist die Mitte der israelischen Gesellschaft. Zweitens hat sich gezeigt, dass das Volk und seine Teilnahme am politischen Prozess (und nicht nur durch Gerichtsurteile), die Basis der Demokratie sind. Und zu guter letzt: es stellt sich heraus, dass das neo-kapitalistische Modell (das zu den wirtschaftlichen Krisen geführt hat, die der Westen zurzeit erlebt) den Bedürfnissen und Werten des zionistischen Werkes entgegengesetzt steht. Daher ist es so erhebend, die israelische Flagge bei den Demonstrationen zu sehen, nachdem der Eindruck entstanden war, dass die rechten Siedler ein Monopol auf sie haben. Diese Proteste haben nicht nur einen gesellschaftlichen Hintergrund – sie sind Zionismus in seinem besten, gerechten und humanen Sinne.

Dienstag, 2. August 2011

Globalisierung; Politik, Moral & Ethik

Unter den Bedingungen der Globalisierung besteht aufgrund von Tourismus, den neuen Kommunikationsmitteln und der Migration eine erhöhte Chance der Begegnung von Anhängern unterschiedlicher Moralsysteme.
Peter Sloterdijk beschreibt die Begegnung mit fremden Kulturen als eine Erfahrung, die Einfluss auf das Selbstbild hat. Die eigene für ewig erachtete Ordnung wird unter diesen Umständen in Frage gestellt und droht sich als lediglich „lokaler Immanenzzusammenhang“ herauszustellen. Damit wird die universelle Moral in ihrer fraglosen Gültigkeit erschüttert und folglich ihre Rolle im hierarchischen Gefüge problematisch.
Durch den Begegnungs- und Kooperationsdruck treffen universale Moralvorstellungen vermehrt aufeinander. Die Erschütterung betrifft dabei nicht nur die Hierarchie innerhalb des Nationalstaats. Angesichts der nationenübergreifenden Gefahren stellt sich immer drängender die Frage einer internationalen Gestaltung des Verhältnisses von Moral, Politik und Wirtschaft.
Außerdem führen diese Entwicklungen dazu, dass die einzelnen Kulturkreise aus Angst vor Übermächtigung durch die anderen verstärkt für ihre Moralvorstellungen eintreten.
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Da ein hierarchisches System von Moral, Politik und Wirtschaft einer Moralkonzeption untersteht, die einen Absolutheitsanspruch erhebt, wird es zwangsläufig zu Konflikten und Kriegen mit anderen Kulturen kommen, deren Moralkonzeptionen, wenn schon keinen Absolutheitsanspruch, so doch zumindest einen Gültigkeitsanspruch erheben.
Max Weber hat die sich ergebende Rivalität beschrieben: Ein System, in dem die Moral einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebt, lässt keinen Platz für eine abweichende Moralkonzeption.
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Die vertikale Infragestellung der Hierarchie von Moral, Politik und Wirtschaft betrifft vornehmlich das Problem der Implementierung der Moral durch den Nationalstaat in einer globalisierten Welt. Die Infragestellung der Macht der Nationalstaaten ist bedingt durch die schrumpfenden Möglichkeiten, angesichts transnationaler Wirtschaftszusammenhänge und Problemstellungen eigenständig und unabhängig die politische Agenda durchzusetzen. Wenn es aber schwerer wird, die Anweisungen der universellen Moral durch die nationalstaatliche Politik zu implementieren, dann wird das hierarchische Gefüge in Frage gestellt.

Ein weiteres Problem für die Souveränität von Nationalstaaten entsteht durch das Auftauchen von vielfältigen nicht-staatlichen Akteuren in der internationalen Politik. Multinationale Unternehmen, inter- und supranationale Organisationen und Nicht-Regierungsorganisationen konkurrieren mit den Staaten in der internationalen Politik.

Außerdem hat sich eine Vielzahl von transnationalen Netzwerken gebildet, die Einfluss auf globaler Ebene auszuüben versuchen. Diese sind nicht ortsgebunden und können sich durch die neuen Kommunikationsmittel, vor allem mit Hilfe des Internets, auch ohne Organisationsstruktur entwickeln.

Ernst-Otto Czempiel stellt angesichts dieser Entwicklungen fest, dass die Welt zwar „noch keine Weltgesellschaft, aber auch keine Staatenwelt mehr ist.“
Eine steigende Anzahl von Politikfeldern überschreitet die Grenzen von Nationalstaaten. Es kommt zu einer Verdichtung globaler Interdependenzen, die die Grenzen der Staaten porös machen. Die politischen Entscheidungen der Nationalstaaten, der internationalen Organisationen, der Multinationalen Firmen und der Nichtregierungsorganisationen haben einen grenzüberschreitenden, wenn nicht sogar globalen Einfluss.
Der Einfluss der Nationalstaaten wird also in mehreren Beziehungen stark eingeschränkt. Die Relativierung ihrer Macht zeigt sich an vielen Säulen staatlicher Souveränität, z. B. den Steuern, den Polizeiaufgaben, der Außenpolitik und der militärischen Sicherheit. Damit hat sich auch das Verhältnis von Staat und Gesellschaft vor allem in den westlichen Industrienationen verändert.
Otfried Höffe:
„Wird also der Handlungsbedarf global, so legt sich der Gedanke eines ebenso globalen Gemeinwesens nahe, einer weltweiten Rechts- und Staatsordnung, die sich um der emphatischen Selbstorganisation willen als globale Demokratie, als Weltrepublik, etabliert.“
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Aus dem Buch von Katja Thierung: "Von der Weltordnung zum Weltspiel"

Auszug aus dem Interview mit dem weltbekannten Globalisierungskritiker Jean Ziegler



- Herr Ziegler, was wollten Sie in Salzburg eigentlich erzählen?

Jean Ziegler: Mich hätte das Publikum fasziniert. Das sind ja die Geldsäcke, die dort sitzen. Die hätten eine halbe Stunde lang zuhören müssen, bei geschlossenen Türen, die hätten nicht weglaufen können.

- Hätten Sie ihnen so garstige Sachen gesagt, dass sie laufen wollen?

Ich hätte versucht, die kanibalische Weltordnung darzustellen: Alle drei Sekunden verhungert ein Kind unter zehn Jahren, eine Milliarde Menschen ist schwerst unterernährt auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt. Und dessen Weltlandwirtschaft laut Statistik problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren könnte.

- Dabei heißt's doch immer, der Welt gehen die Ressourcen aus.

Das ist schon lang nicht mehr so. Den objektiven Mangel, von dem Marx glaubte, dass er uns Jahrhunderte begleiten wird ...

- Der Club of Rome glaubte das noch in den 1970er-Jahren.

Ja, aber den gibt es nicht, der ist überwunden. Und ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet. Das ist kein Naturgesetz, wie die Neoliberalen glauben, sondern Mord. Und das hätte ich sagen wollen.

- Dazu kommt's nicht jetzt. Wer hat Ihnen die Ausladung wie mitgeteilt?

Die Frau Burgstaller. Sie hat mir vor zwei Jahren für das Buch "Hass auf den Westen" den Salzburger Zukunftspreis verliehen, und wir hatten viel telefoniert, dass ich genau über das Thema reden sollte. Selbst der Titel "Der Aufstand des Gewissens" kam von ihr. Die Ausladung kam per Mail....

- Sie waren zehn Jahre Sonderberichterstatter der UNO und sind jetzt im Menschenrechtsbeirat - wie kommt man dazu? Alte Kontakte?

Nicht durch sozialistische Korruption, die ja sehr blühend ist, weil ich war denen immer zu links, auch in der Sozialistischen Internationalen. Es braucht die normative Kontrolle des wirtschaftlichen Handelns, es braucht die Menschenrechte als höchstes Gebot. Entwicklungshilfe ist ein Blödsinn...

- Das sagen Sie?

Die Entwicklungshilfe allein ist ungenügend in einem Land, wo es keine Landreform gibt - Guatemala kriegt viel Entwicklungshilfe, und 1,8 Prozent der Bevölkerung haben dort 57 Prozent des fruchtbaren Bodens.




Eine Lehre der Geschichte!

Eine Lehre der Geschichte!

Die bisherigen Friedensbewegungen sind meistens gegen bestehendes Unrecht gerichtet. Sie wissen, wogegen sie kämpfen, aber sie wissen nur sehr unpräzise, wofür.
Wenn der Kampf siegreich enden würde, was wäre dann?
Würde wirklich ein humanes System entstehen?

Haben die bisherigen Revolutionen der Geschichte zu humaneren Systemen geführt, haben sie dem Menschen ein schöneres Gesicht, den Kindern eine bessere Heimat, den Geschlechtern mehr Liebe und dem Leben mehr Freude gegeben?

Waren die Revolutionäre und Friedenskämpfer sich bewußt, welcher inneren Transformationen es bedarf, damit ein friedensfähiger Mensch auf die Erde kommen kann?

Warum konnten diese Visionen einer menschlichen Idealgesellschaft nicht verwirklicht werden?

Weil der Fehler nicht nur in den äußeren Verhältnissen, sondern vor allem in den inneren Strukturen und Denkformen der Menschen bestand.


Man kann aus autoritär geformten Menschen keine freie Gesellschaft aufbauen. Man kann aus unterdrückter und gestauter Sexualität keine humane Form der freien Liebe entwickeln. Man kann keine gewaltfreie Gesellschaft errichten, wenn die Haß und Gewaltimpulse im Inneren nur unterdrückt, aber nicht aufgelöst sind.
Eine Revolution, die nicht im Inneren stattgefunden hat, kann auch im Äußeren nicht gelingen. Das ist eine Lehre der Geschichte.


(Auszüge aus den Büchern von: Dieter Duhm)

"Biosprit, ein Verbrechen an der Welt & an der Menschheit?"

Zum Thema:
"Biosprit, ein Verbrechen an der Welt & an der Menschheit?"

Indonesiens Provinzen Sumatra und Kalimantan verloren in den letzten zehn Jahren mehr als 5 Millionen Hektar Wald - einen großen Teil davon an die Palmölindustrie.
Im kenianischen Tana-River-Feuchtgebiet - nicht nur ein wildtierreiches Naturreservat, sondern auch Heimat verschiedener viehzüchtender Ethnien, die das Gebiet als Weideland während der Trockenzeit benötigen - sollen mindestens 70.000 Hektar für den Zuckerrohranbau umgewandelt werden:
Großfarmer erhoffen sich Exportchancen für Ethanol in die EU.

In Brasilien - das Politikern als leuchtendes Beispiel für Ethanol-Sprit gilt - verdrängen Zuckerrohrgiganten Viehzüchter nach Amazonien, wo der Regenwald für neue Weiden fällt: ein klassisches Beispiel für Verdrängungseffekte.

In Uganda gab die Regierung erst nach massiven Bürgerprotesten (mit Toten) Pläne auf, ein Regenwaldgebiet für Zuckerrohr abholzen zu lassen.

In Deutschland wuchs die Anbaufläche von Mais laut dem WWF in nur fünf Jahren von 70.000 auf 600.000 Hektar an - auf Kosten von Brachland (Rückzugsräume von Tier- und Pflanzenarten) und Grünland. Die Pflanzen werden in Biogasanlagen verstromt und füllen als Ethanol den Tank.
Da Mais zunehmend als Futterpflanze ausfällt, importieren Deutschland und andere EU-Staaten zunehmend Soja aus Südamerika - wo die Pflanze in riesigen Monokulturen Regenwälder, Savannen und Grasländer verdrängt.

Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen.


Anmerkung am Rande:
In Spanien wird schon Rohöl zur Spriterzeugung aus Wasser, Algen und Sonnenlicht produziert!!!
Es geht auch anders wie man sieht!!!!



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Medizinische Versorgung für alle ist für Michele Bachmann das Kronjuwel des Sozialismus!

USA:
Michele Bachmann und Sarah Palin sind berufstätige Mütter mit Großfamilie, höchst attraktiv, streng gläubig, rethorisch radikal und pflegen das Image waffennärrischer Jägerinnen. Fünffaches Muttertum wird bei ihren Anhänger zum Beweis für Durchsetzungskraft, Organisationsvermögen und wirtschaftliche Grundvernunft.

Wer Fragen nach faktischer Bewältigbarkeit des Pensum stellt wird als übler Sexist abgestempelt.

Bachmanns Radikalisierung zeigt sich in Äusserungen wie: "Präsident Obama hat den Sozialismus eingeläutet! Die Motivation meines Lebens besteht darin, seine Gesundheitsreform rückgängig zu machen, dieses Gesetz ist das Kronjuwel des Sozialismus.

Palin und Bachmann stellen mitlerweile für die Republikaner ein ernstes Problem dar: zu mächtig und  populär um ignoriert zu werden und Palin/Bachmann lassen sich weder zähmen noch integrieren.

Siehe auch:Cicero März 2011: Die Bären sind los!

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Ein ungeregelter Finanzmarkt ; Die Geldreligion frisst ihre Kinder!!!

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Ein ungeregelter Finanzmarkt gefährdet das Weltfinanzsystem...
... oder das System der 3 Affen: nicht sehen, nicht hören, nicht sprechen!
So schrieb Hans Küng schon über die asiatische Finanzkrise 2001 !!!

- Hat dieser "globale Markt" ohne irgendeine Grenze, ohne Hemmungen und  Regelungen die Krise mit ihren Auswirkungen nicht überhaupt erst möglich gemacht?

- Untergräbt dieser völlig ungeregelte Markt mit den total spekulativen Investitionen nicht die langfristigen Industrieinvestitionen?

- Untergräbt die Bevorzugung der Großkunden nicht die finanzielle Liquidität der Mittelschicht und stört damit den sozialen Frieden?

- Untergräbt diese Entwicklung nicht das notwendige Vertrauen in das System der Marktwirtschaft?

- Stellt diese Entwicklung nicht die Stabilität des Weltfinanzsystems in Frage?


Frei nach:
Anständig wirtschaften; warum Ökonomie Moral braucht

Meine Frage:
Und was haben unsere Politiker und Bankmanager daraus gelernt?
Nur das mit unseren Steuergeldern "die Spielschulden" der Banken getilgt werden können :-((

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Götzendämmerung: Die Geldreligion frisst ihre Kinder !!!
In den letzten Jahrzehnten wurde Geld zur anerkannten Religion!

Doch diese zeichnet sich durch Unverständlichkeit und vorallem Undurchsichtigkeit aus. Kaum jemand versteht noch, was die Banker mit dem Geld machen. Vor allem aber ist das Geld zum einzigen Ziel geworden. Geld sollte aber nicht ein Ziel, sondern ein Mittel sein.

Die "Magie" der Banker besteht darin, Geld, das Ihnen eigentlich noch von Schuldnern zustünde, gegen Zins schon wieder neu zu verleihen. Man wandelt sozusagen gebrochene Zahlungsverträge in versprochene Zahlungen um.

Ethik sei unter Bankern nicht gerade häufig anzutreffen. Sie stört, sie ist eine Spielverderberin, sie kostet Zeit. Ethik würde die Ausbeuter im Namen des Geldes stoppen.

Doch Geldgeschäfte, wenn sie gut sind, handeln von Zielen, die mit Geld nicht zu bezahlen sind!


frei nach: Gertrud Höhler
Götzendämmerung: Die Geldreligion frisst ihre Kinder


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