Donnerstag, 19. April 2012

Handbuch zur Umgestaltung des Lueger-Denkmals

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Das Handbuch (deu/eng) versteht sich als ein handlungsorientierter Beitrag zum Denk- und Mahnmaldiskurs. Die Publikation versammelt alle 225 eingereichten Entwürfe, zeigt den Projektverlauf und dokumentiert die Verhandlungen mit der Stadt Wien. Die eingereichten Umgestaltungsideen werden durch Beiträge von Gastautor*innen, Unterstützer*innenstatements, Auszüge aus dem Pressespiegel und einen Beitrag zum Personenkult um Karl Lueger kontextualisiert.

Gastautor*innen:
Aleida Assmann (Kulturwissenschaftlerin), Eva Blimlinger (Historikerin, Rektorin), Ljubomir Bratic (Philosoph), Diedrich Diederichsen (Kulturwissenschaftler), Heide Hammer (Philosophin) und Kurto Wendt (Aktivist), Verena Krieger (Kunsthistorikerin), Rudolfine Lackner (Präsidentin der Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs), Hannes Leidinger (Historiker) und Verena Moritz (Historikerin), Matthias Reichelt (Kunstkritiker), Heidemarie Uhl (Historikerin)

Die Publikation wurde ermöglicht mit freundlicher Unterstützung von:
HochschülerInnenschaft der Universität für angewandte Kunst Wien, HochschülerInnenschaft der Universität Wien, Kunst und Kommunikative Praxis, Abteilung der Universität für angewandte Kunst Wien, Österreichische HochschülerInnenschaft Bundesvertretung, Stadt Wien: MA 7 – Kultur, Wissenschafts- und Forschungsförderung, Universität für angewandte Kunst Wien





Weitere Infos siehe unter: http://www.luegerplatz.com


Dienstag, 17. April 2012

Daily News FESDGKr


FESDGKr Daily - 17.4.2012





FESD The Daily Newspaper
- Veröffentlicht von Georg Krejci
– 118 Mitwirkende heute;
423 Artikel, 6 Photos und 3 Videos über:

POLITIK, WELTKUNST & UNTERHALTUNG, WIRTSCHAFT, TECHNOLOGIE, FREIZEIT, #NEWS, #BREIVIK, ...


FESDGKr Daily News siehe unter:

SPOE - wir arbeiten für Poettsching, wir sind immer für sie da!: Tanzveranstaltung - SPÖ-"Frühlingserwachen" - beim...

SPOE - wir arbeiten für Poettsching, wir sind immer für sie da!: Tanzveranstaltung - SPÖ-"Frühlingserwachen" - beim...: Tanzveranstaltung Öffentliche Veranstaltung · eingestellt von Thomas Linsmeier ; Neufeld ad Leitha Samstag, 21. April 2012; 20:05h Am N...

Montag, 16. April 2012

Die Weisheit, ein Sozialdemokrat zu sein

Tony Judts nachgelassener, autobiographischer Essayband
„Das Chalet der Erinnerungen".

Die Weisheit, ein Sozialdemokrat zu sein

taz, 14. April 2012


Als bei dem großen Historiker und öffentlichen Intellektuellen Tony Judt vor einigen Jahren die seltene Nervenkrankheit ALS diagnostiziert wurde, entwickelte er noch einmal für wenige Monate eine bemerkenswerte Produktivität. Ihr verdanken wir eine Reihe von Büchern, allen voran Judts politisches „Testament" Ill fares the Land („Dem Land geht es schlecht") und nun, schon nach seinem Tod, die Essaysammlung „Das Chalet der Erinnerungen". Alle diese späten Texte zeichnen sich nicht nur durch etwas eigentümlich Drängendes aus, dass der Autor uns hier noch etwas mitteilen will, während er weiß, dass die Uhr tickt; Judt lässt in diesen Essays, anders als in seinen großen Studien, alle akademische Konvention hinter sich, er ist mehr Erzähler und Schriftsteller als Geschichtsprofessor. Diese packende Eigentümlichkeit erklärt sich - wie diese schier unglaubliche Produktivität in seinen letzten Lebensmonaten generell - nicht zuletzt aus den Umständen, unter denen diese Texte entstanden sind. Während Judt „schreibt", wird sein Körper nach und nach gelähmt, auch wichtige Organfunktionen versagen. So sitzt er, rundum gepflegt, von Maschinen beatmet, tagsüber in seinem Stuhl, nachts liegt er in seinem Bett, Schlaf findet er nur mehr für ein paar Stunden. So formuliert und memoriert er nachts seine Texte, um sie tagsüber zu diktieren. Eine „käferartige Existenz" nennt er das im Essay „Nacht": „Dann liege ich da, eingepackt, kurzsichtig und reglos, wie eine moderne Mumie, allein in meinem Körpergefängnis."

Der Band „Das Chalet der Erinnerungen" versammelt diese letzten Essays, die ursprünglich im Zwei-Wochen-Rhythmus in der „New York Review of Books" erschienen sind. Es sind teils Lebenserinnerungen, teils politische und intellektuelle Standpunkte. Im Grunde sagt Judt, was er denkt, und wie er zu dem wurde, der heute das denkt. Es sind Miniaturen eines britischen jüdischen Intellektuellen aus einer Familie der unteren Mittelklasse - heute würde man sagen: aus den bildungsfernen Schichten -, der durch Talent, Fleiß und Förderung durch ein Bildungssystem, das allen eine Chance gab, in der Nachkriegszeit in gute Schulen geriet und dann auf Colleges und so zu einem führenden Denker unserer Zeit aufstieg. Es sind aber auch Erinnerungen an das London der fünfziger Jahre, das Paris der sechziger Jahre, an Judts Jugend in zionistischen Gruppen, an das New York der siebziger Jahre.

Nicht zuletzt ist es der Rückblick eines Sechziger-Jahre-Linken, der mit dabei war, als überall der „Muff unter den Talaren" weggepustet wurde, und der vom Krankenbett einen kritischen Rückblick auf die Errungenschaften seiner Generation wirft. Auf intellektuelle Moden, auf egozentrischen Selbstverwirklichungs-Individualismus, auf den „kulturellen Turn", dem handfeste Fragen der Gerechtigkeit weniger bedeutend schienen als Fragen von Identität und Kultur. Hier übt Judt oft beißende Kritik und fragt: „Was ist aus den Intellektuellen geworden?"

Anders als manch andere führt Judt diese Selbstkritik nicht ins Lager des Neokonservativismus, sondern, ganz im Gegenteil, er wird zum schärfsten Kritiker des Konservativismus, aber vom Standpunkt eines grundsätzlichen Sozialdemokratismus. Judt beschreibt, wie ein „sozialdemokratischer Geist" in der Nachkriegszeit den „einfachen Leuten" Hoffnung und Lebenschancen gab, und von Reformschritt zu Reformschritt mehr Gerechtigkeit und Freiheit realisierte - bis der Elan ausging, aber auch die Weltverbesserer sich vom faden Sozialdemokratismus abwandten.

Wenn Judt etwas will, dann von der Weisheit zu überzeugen, ein Sozialdemokrat zu sein. Er teilt hier gegen linke wortradikale Kraftmeierei aus, hauptsächlich aber gegen neoliberale und neokonservative Hartleibigkeit. Bei aller Elegie dieser Texte lässt sich Judt auch polemische Pointen nicht entgehen: „Gutbezahle Experten bezeichnen Sozialhilfeempfänger gern als Schmarotzer, die der Gesellschaft nur auf der Tasche liegen, und empfehlen ihnen, sich eine anständige Arbeit zu suchen. Sie sollten es einmal ausprobieren." Wer würde das nicht gern einmal Leute wie Hans-Olaf Henkel ins Gesicht sagen?

Immer wieder ist die Verführbarkeit der Intellektuellen ein Thema, oder recht persönliche Betrachtungen Judts über seine „jüdische Intellektualität". In vielen „Traditionen verwurzelt", findet Judt, „derlei Etiketten ohnehin nutzlos".

Die Gedankenwelt oder besser die emotionale Welt dieser Texte kreist um Vorstellungen von Ernsthaftigkeit, intellektuellem Mut, von Redlichkeit und Bescheidenheit. „Moralische Ernsthaftigkeit in der Politik ist wie Pornographie - schwer zu definieren, aber man erkennt sie auf Anhieb". Vielleicht muss man am Totenbett liegen, um all das heute formulieren zu können, denn schließlich ist eine solche Weltsicht, seien wir uns ehrlich, so unhip, dass sie fast schon wieder hip ist.

Und so stellt der tote Tony Judt uns Lebenden womöglich ein recht schlechtes Zeugnis aus.

Tony Judt: Das Chalet der Erinnerungen. Hanser-Verlag, München, 2012


Quelle: misik.at


siehe auch unter:

Sonntag, 15. April 2012

Fakten zum Salafismus in Deutschland

Die radikalen Islamisten wollten am 14.4. die heilige Schrift des Islam in 38 Städten gratis verteilen. Insgesamt wollen die Salafisten unter der Überschrift "Lies!" etwa 25 Millionen Koran-Exemplare verschenken.
Laut Verfassungsschutz soll das Netzwerk "Die wahre Religion" um den radikalen Prediger Ibrahim Abou Nagie hinter der Koran-Verteilung stecken.

Claudia Schmid, die Chefin des Berliner Verfassungsschutzes zu der Tageszeitung "B.Z." (Samstag).
"Ziel dieser Kampagne ist, Interessierte in Kontakt mit der salafistischen Szene zu bringen und sie im Sinne ihrer politisch-extremistischen Ideologie zu beeinflussen."


Die Salafisten gelten in Deutschland als besonders gefährliche islamistische Strömung. Der Salafismus ist nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes ein Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten und hat in Deutschland rund 2500 Anhänger.

Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten Ur-Islam und lehnen jede theologische Modernisierung ab. Sie vertreten diskriminierende Positionen gegenFrauen und bestehen auf deren Vollverschleierung. Als Rechtsordnung hat für sie nur die Scharia Gültigkeit (damit bewegen sie sich ausserhalb der demokratischen Gesetzgebung).

Die terroristische Sauerland-Gruppe etwa stand unter salafistischem Einfluss. Fast alle Islamisten aus Deutschland oder in Deutschland, die den Dschihad befürworten oder sich ihm angeschlossen haben, sind nach Erkenntnissen der Verfassungsschutzbehörden mit dem Salafismus in Berührung gekommen.

Salafisten wollen eine Gesellschaft nach Regeln der islamischen Rechtsordnung Scharia. Zu denbekanntesten Vertretern hierzulande gehört Pierre Vogel, ein deutscher Konvertit. Der radikal-islamische Verein "Einladung zum Paradies" hat sich in Mönchengladbach aber aufgelöst.

Solingen gilt als weiteres Zentrum der Salafisten. Von dort kommen die beiden Terrorverdächtigen, die in London vor Gericht landeten.

Die salafistische Propaganda richtet sich an junge Muslime in einer schwierigen Lebenssituation und an junge Nicht-Muslime mit dem Ziel, sie zur salafistischen Strömung des Islam zu bekehren.


Quelle: rp-online



Der Verfassungsschutz sagt dazu:

Inhalte und Ziele salafistischer Ideologie

Der Salafismus gilt sowohl in Deutschland wie auch auf internationaler Ebene als die zurzeit dynamischste islamistische Bewegung.

Unter dem Oberbegriff Salafismus versteht man eine vom Wahhabismus geprägte islamistische Ideologie, die sich an den Vorstellungen der ersten Muslime und der islamischen Frühzeit orientiert.
Der Wahhabismus ist eine auf Muhammad Ibn Abdalwahhab (1703-1792) zurückgehende und in Zentralarabien (Najd) entstandene Lehre. Er orientiert sich weitgehend an der hanbalitischen Rechtsschule und vertritt die Reinigung des Islam von späteren "Neuerungen". Der Wahhabismus ist die Staatsreligion Saudi-Arabiens und die einflussreichste ideologische Strömung innerhalb des Salafismus.

Dementsprechend geben Salafisten vor, ihre religiöse Praxis und Lebensführung ausschließlich an den Prinzipien des Koran und dem Vorbild des Propheten Muhammad und der frühen Muslime - der sog. "rechtschaffenen Altvorderen" (arab. al-salaf al-salih, d.h. die ersten drei Generationen des Islam) - auszurichten.

Ziel von Salafisten ist jedoch die vollständige Umgestaltung von Staat, Rechtsordnung und Gesellschaft nach einem salafistischen Regelwerk, das als "gottgewollte" Ordnung angesehen wird.

In letzter Konsequenz soll ein islamischer "Gottesstaat" errichtet werden, in dem wesentliche, in Deutschland garantierte Grundrechte und Verfassungspositionen keine Geltung haben sollen.


Salafistische Ideologie

Salafistische Ideologie wird zunehmend professionell verbreitet. Ihre Vertreter wissen sich öffentlichkeitswirksam in Szene zu setzen und üben eine beträchtliche Anziehungskraft auf Konvertiten und Muslime mit historischen ausländischen Wurzeln aus.

Der Salafismus entfaltet seine Breitenwirkung vor allem durch das Internet; salafistische Ideologieinhalte werden durch eine Vielzahl von deutschsprachigen Webseiten sowie durch zahlreiche Kurzvideos, z.B. im Internetportal "Youtube", vermittelt.
Salafistische Propaganda erfolgt auch über Vorträge von salafistischen Predigern ("Islamseminare"), bundesweit organisierte "Islam-Infostände", die Verteilung von Broschüren und Flugblättern sowie Publikationen und Übersetzungen salafistischer Grundlagenwerke.

Strukturelle Besonderheiten

Salafistische Gruppierungen in Deutschland stellen die Sicherheitsbehörden durch strukturelle Besonderheiten vor neue Herausforderungen.
Sie zeichnen sich zum Teil durch schwer einsehbare und dynamische Netzwerkbildungen und Hierarchien aus. Salafistische Personenzusammenschlüsse sind zum Teil nicht formell (in juristischen Personen) organisiert, sondern durch Schüler-Lehrer-Beziehungen gekennzeichnet. Dadurch ist die salafistische Szene in Deutschland in Teilen volatil und schwer greifbar.

Strömungen innerhalb des Salafismus

"Salafistische Bestrebungen" unterteilen sich in eine politische und eine jihadistische Strömung. Vertreter des politischen Salafismus stützen sich auf intensive Propagandatätigkeit - die sog. "Da’wa" (Ruf zum Islam/Missionierung) -, um ihre extremistische Ideologie zu verbreiten und politischen und gesellschaftlichen Einfluss zu gewinnen.
Anhänger des jihadistischen Salafismus hingegen glauben, ihre Ziele durch Gewaltanwendung realisieren zu können.

Die Übergänge zwischen "politischem Salafismus" und "jihadistischem Salafismus" sind - wie Auswertungen von Radikalisierungsverläufen gezeigt haben - fließend.
Jihadistische wie auch politische Salafisten rezipieren die Ideen derselben Autoritäten und Vordenker. Sowohl die ideologischen Grundlagen wie auch die angestrebten politischen und gesellschaftlichen Ziele sind bei beiden Gruppen gleich. Sie unterscheiden sich vor allem in der Wahl der Mittel, mit denen ihre Ziele verwirklicht werden sollen.

Salafistische Einrichtungen in Deutschland

Die Mehrzahl der salafistischen Einrichtungen in Deutschland ist dem Phänomenbereich des politischen Salafismus zuzuordnen. In Teilbereichen des politischen Salafismus positionieren sich die Akteure ostentativ gegen Terrorismus. Sie vermeiden offene Aufrufe zur Gewalt, so dass ein aktiv kämpferisch-aggressives Vorgehen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung kaum nachzuweisen ist.

Dennoch ist festzustellen, dass fast ausnahmslos alle Personen mit Deutschlandbezug, die den gewaltsamen Jihad befürworten, zuvor mit salafistischen Strukturen in Kontakt standen.

Aus verschiedenen salafistisch inspirierten Szenen, z.B. dem 2005 verbotenen Multikulturhaus (MKH) sowie dem im September 2007 aufgelösten Islamischen Informationszentrum (IIZ) im Großraum Ulm/Neu-Ulm, sind in Deutschland Personenkreise hervorgegangen, die sich dem "globalen Jihad" angeschlossen haben. In diesem Zusammenhang sind u.a. die Mitglieder der sog. Sauerland-Gruppe sowie Eric Breininger zu nennen. Die Protagonisten der seit März 2009 vermehrt aufgetretenen Reisebewegungen in Richtung Afghanistan und Pakistan entstammen ebenfalls aus Milieus mit salafistischer Prägung.

Fazit

Die Mehrzahl der Salafisten in Deutschland sind keine Terroristen, sondern politische Salafisten.
Andererseits sind fast alle in Deutschland bisher identifizierten terroristischen Netzwerkstrukturen und Einzelpersonen salafistisch geprägt bzw. haben sich im salafistischen Milieu entwickelt.

Es kann mithin als gesichert gelten, dass das von Salafisten verbreitete Gedankengut den Nährboden für eine islamistische Radikalisierung, "Jihadisierung" und schließlich Rekrutierung für den militanten Jihad bildet.
Eine besondere Gefahr ergibt sich daraus, dass auch rein virtuell verbreitetes salafistisches Gedankengut radikalisierungsfördernd sein kann.

Ein aktuelles Beispiel für die radikalisierende Wirkung salafistischer Botschaften - vor allem auf Jugendliche - ist der Fall eines 21-jährigen Mannes, der sich aktuell vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts Frankfurt verantworten muss.
Die Generalbundesanwaltschaft wirft ihm vor, am 2. März 2011 am Flughafen Frankfurt a. M. zwei US-amerikanische Soldaten ermordet zu haben. Darüber hinaus soll er versucht haben, drei weitere Angehörige der US-amerikanischen Streitkräfte zu töten. Bezüge ins salafistische Spektrum bestanden über das Internet in Form einer sog. Facebook-
"Freundschaftsbeziehung".

Das Verbrechen am Frankfurter Flughafen ist das erste vollendete islamistisch motivierte Terrorattentat im Bundesgebiet.


Quelle: Deutscher Verfassungsschutz

Samstag, 14. April 2012

Das Recht auf Wissen – Für eine progressive Netzpolitik

Festvortrag "Das Recht auf Wissen" mit Pamela Samuelson,
4. Mai 2012 in Wien, Parlament

Veranstaltungsdatum:
Freitag, 4. Mai 2012 - 16:00 - 19:00

„Das Recht auf Wissen – Für eine progressive Netzpolitik“

Gemeinsame Veranstaltung der Parlamentsfraktionen von SPÖ, SPD und der Fraktion der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament in Kooperation mit dem Dr.-Karl-Renner-Institut und mit Unterstützung von Österreich 2020.

Als Auftakt für das Netzcamp am 5. Mai 2012 wird Pamela Samuelson, weltweit anerkannte Expertin und Pionierin im Bereich Urheberrecht im Digitalen Zeitalter, Cyberlaw und Informationspolitik, am Freitag, den 4. Mai 2012 den Eröffnungsvortrag im Parlament halten.

Bitte melden Sie sich hier für den Vortrag an.

Pamela Samuelson ist Professor of Law and Information Management an der Berkeley Law School & School of Information, University of California at Berkeley und Direktorin des Berkeley Center for Law & Technology.

Begrüßung: Nationalrat Dr. Josef Cap

In der anschließenden Gesprächsrunde diskutieren mit Pamela Samuelson, Filmemacherin und Journalistin Tina Leisch, Wolfgang Schulz vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung und Lars Klingbeil, Mitglied des deutschen Bundestags.

Moderation: Nationalrätin Elisabeth Hakel

Abschlußbuffet in der Säulenhalle.

Der Vortrag findet in Englisch statt und wird simultan ins Deutsche übersetzt.


Quelle: netzpolitik.spoe

http://netzpolitik.spoe.at/veranstaltungen/festvortrag-das-recht-auf-wissen-mit-pamela-samuelson-4-mai-2012-wien-parlament

Sorge über die Auswirkungen des Anti-Counterfeiting and Trade Agreement (ACTA)


Sehr verehrte Mitglieder der Bundesregierung!

Die unterzeichnenden Abgeordneten zu den gesetzgebenden Körperschaften und EntscheidungsträgerInnen in der SPÖ möchten auf diesem Weg ihre Sorge über die Auswirkungen des Anti-Counterfeiting and Trade Agreement (ACTA) zum Ausdruck bringen und auf die von der sozialdemokratischen Fraktion im Europäischen Parlament schon seit langer Zeit aufgezeigten Gefahren, die dieses Abkommen für das zugangsoffene Internet und das Prinzip der Netzneutralität bringt, hinweisen.

Wir sind in großer Sorge um die Zukunft der Demokratie, des freien Meinungsaustausches und des Rechtes auf Wissen, denn mit der Ratifizierung von ACTA wird nicht nur ein Vertrag unterzeichnet, der zukünftig die proaktive Überwachung des Datenverkehrs auf Internetplattformen und gegebenenfalls zivil- und strafrechtliche Folgen ermöglicht. Die weitere Umsetzung würde außerdem einen Prozess legitimieren, der unter Geheimhaltung und Ausschluss der Öffentlichkeit und der Mitglieder der einzelnen demokratisch gewählten legislativen Organe stattgefunden hat.

Mit der Fortsetzung des Ratifizierungsprozesses und der nachfolgenden Verankerung in den verschiedenen nationalen Gesetzgebungen würde der vorliegende Text in seiner kaum greifbaren, schwammigen Formulierung das Ende des Internets, wie wir es heute kennen bedeuten. Damit stellt das Abkommen eine Gefahr für den freien Meinungsaustausch und Wissenserwerb dar. Es würde folglich die Freiheit „des größten und bedeutsamsten Netzwerk der menschlichen Geschichte“ [1] beschneiden.

ACTA ist mit keinem modernen Verständnis von Demokratie vereinbar und daher abzulehnen. Wir fordern den sofortigen Stopp des Ratifizierungsprozesses in Österreich, eine Prüfung durch den Europäischen Gerichtshof und eine Neuaufnahme der Verhandlungen, unter Garantie von Transparenz und demokratischer Meinungsbildung.



Die UnterzeichnerInnen:
Sonja Ablinger, Abgeordnete zum Nationalrat
Roswitha Bauer, Abgeordnete zum Oberösterreichischen Landtag
Peko Baxant, Abgeordneter zum Wiener Landtag
Andreas Durst, Landesvorsitzender der Jungen Generation Oberösterreich
Reinhold Einwallner, Landesgeschäftsführer der SPÖ Vorarlberg
Daniel Fellner, Landesgeschäftsführer der SPÖ Kärnten
Elisabeth Hakel, Abgeordnete zum Nationalrat
Karin Kadenbach, Abgeordnete zum Europäischen Parlament
Peter Kaiser, Landeshauptmann-Stellvertreter in Kärnten und SPÖ-Landesparteivorsitzender
Eleonora Kleibel, AKS-Bundesvorsitzende
Philip Kucher, Gemeinderat in Klagenfurt
Jörg Leichtfried, Abgeordneter zum Europäischen Parlament
Max Lercher, Abgeordneter zum Landtag Steiermark
Siegi Lindenmayr, Abgeordneter zum Wiener Landtag
Christian Makor, Abgeordneter zum Oberösterreichischen Landtag und Klubobfrau-Stellvertreter
Marko Miloradovic, Kandidat für die Wahlen zum Innsbrucker Gemeinderat
Wolfgang Moitzi, SJ-Verbandsvorsitzender und Mitglied des SPÖ-Bundesparteipräsidiums
Mirijam Müller, VSSTÖ-Bundesvorsitzende
Petra Müllner, Abgeordnete zum Oberösterreichischen Landtag
Barbara Novak, Abgeordnete zum Wiener Landtag
Christoph Peschek, Abgeordneter zum Wiener Landtag
Evelyn Regner, Abgeordnete zum Europäischen Parlament
Sophia Reisecker, Kandidatin für die Wahlen zum Innsbrucker Gemeinderat
Michael Ritsch, SPÖ-Landesparteivorsitzender und Klubobmann im Vorarlberger Landtag
Martina Schröck, Vorsitzende der SPÖ Graz und Mitglied der Grazer Stadtregierung
Johannes Schwarz, Abgeordneter zum Landtag Steiermark
Sybille Straubinger, Abgeordnete zum Wiener Landtag
Josef Weidenholzer, Abgeordneter zum Europäischen Parlament
Tanja Wehsely, Abgeordnete zum Wiener Landtag
Jürgen Wutzlhofer, Abgeordneter zum Wiener Landtag


Als Zeichen der Solidarität mit der Internet Community, wurde dieser Offene Brief zuerst im Internet veröffentlicht.

[1] Stellungnahme der slowenischen Botschafter Helena Drnovsek Zorko, die ihre Unterschrift unter dem Abkommen öffentlich bereut.


Quelle: Sonja Ablinger