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Sonntag, 21. Dezember 2014

Weltkrisenpolitik - Luxemburg 3/2014





Die Welt ist in keinem guten Zustand. Seit dem Zweiten Weltkrieg gab es nicht mehr so viele bewaffnete Konflikte. Und auch die Ungleichverteilung des gesellschaftlichen Reichtums ist auf einem historischen Höhepunkt. Sich über den Globus erstreckende Austeritätspolitiken und Strukturanpassungsprogramme treten als Lösung auf, verschärfen aber die Probleme. Der Name der Zeit ? Unklar. Post-alles, Interregnum, WELTKRISENPOLITIK.

Geopolitische Konstellationen verschieben sich. Der Niedergang des American Empire 
wird seit Jahrzehnten von den einen ersehnt, den anderen befürchtet. Mit China, Indien und Brasilien tauchen nicht nur neue ökonomische Akteure, sondern auch neue Machtzentren
 auf. Die aktuellen Kriege reflektieren imperiale Ambitionen. Welche Rolle spielt die Bundesrepublik in dieser Weltumordnung ? Längst ist sie kein politischer Zwerg mehr: Gestützt auf ihre ökonomische Macht und gestärkt durch die neoliberale Krisenbearbeitung, ist Deutschland auf dem heftig umkämpften Weg zum politischen Riesen
.

In der Sprache der Geopolitik fällt es oft schwer, jenseits der Staatenkonkurrenz um Einflusssphären zu denken. Auch deshalb ist es schwierig, linke Antworten auf ›außenpolitische‹ Fragen  zu formulieren. Soziale Spaltungen, Kräfteverhältnisse und Akteure innerhalb der Nationalstaaten geraten aus dem Blick. Warum fällt es der Linken so schwer, in bewaffneten Konflikten die Perspektive der Subalternen  einzunehmen, statt sich häufig identitär und bekenntnishaft auf eine Seite der Konfliktparteien zu schlagen? Warum sind die Alternativen   zur herrschenden Re-Militarisierung  von Außenpolitik so schwach?


LuXemburg 3/2014 fragt nach Einstiegen in Friedenspolitiken
 mit friedlichen Mitteln. Wie lassen sich Konflikte beheben oder verhindern, lange bevor Gewalt eskaliert ? Wie können Projekte regionaler Integration, sozial-ökologischer Entwicklung, Konversion und des Ausbaus sozialer Infrastrukturen  dazu beitragen, globale Konflikte zu entschärfen? Am Ende ist klar: Linke Außenpolitik   kann nur Teil eines umfassenden Transformationsprojekts sein: »alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist«.


INHALTSVERZEICHNIS
Welt denken

Von Gayatri Spivak


Wie die Konturen des Neuen allmählich sichtbar werden
Von Mario Candeias


Wie Deutschland seine ökonomische Macht politisch wendet
Von Rainer Rilling


Wie sich das Empire reorganisiert
Von Ingar Solty


Wie die Weltenergieordnung umgebaut wird
Von Malte Daniljuk


Warum sich weniger ändert, als man denkt
Von Achin Vanaik


Gespräch über Brüche und Perspektiven in der Ukraine
Von Vladimir Ischchenko


Kriege führen

Wie der Diskurs um ›human security‹ militärisch gewendet wird
Von Corinna Hauswedell


Warum die ›Schutzverantwortung‹ problematisch ist
Von Wolfgang Obenland und Jan van Aken


Warum Big Data tödlich sein kann
Von Norbert Schepers


Einstiege finden

Welche Konsequenzen sich für die zivile Konfliktbearbeitung ergeben
Von Jörn Jan Leidecker


Was von ihr geblieben ist
Von Nadja Douglas


Gespräch über Gewalt gegen Frauen in Sri Lanka
Mit Shreen Abdul Saroor


Warum soziale Infrastrukturen die Lösung sind
Von Andreas Wulf


Warum globale Bewegungsfreiheit ethisch geboten und strategisch notwendig ist
Von Fabian Georgi


Warum Zivilklauseln ein Erfolgsmodell sind
Von Nicole Gohlke


Wie ihr Gesellschaftskritik abhanden kam
Von Werner Ruf


Warum das PKK-Verbot abgeschafft gehört
Von Ulla Jelpke


Wie die Linke Außenpolitik verhandelt
Von Raul Zelik



Abseits

Von Xu Lizhi


Von Hans-Jürgen Krysmanski


Von Thomas Seibert


Von Alina Mogilyanskaya


Mit Isabell Lorey und Alex Demirović


Ausstellung des MGK Hamburg


Von Birgit Haubner


LU
XEMBURG ONLINE
Von Michael T. Klare

Von Philipp Kreutzer

Von Christine Schweitzer

Von Naomi Klein


In Kürze:
 UNASUR: Regionale Integration als Kriegsursachenbeseitigung
Von María Diaz
Von Metin Yeğin
Mit Pablo Iglesias

Von Raul Zelik




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