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Mittwoch, 8. August 2012

Stop Rating Agencies! Rating braucht Regeln!

Quelle: stopratingagencies.eu
unterstützt auch von AK & ÖGB







Unterstützen Sie unsere Kampagne und wenden Sie sich direkt an die großen Ratingagenturen und europäischen EntscheidungsträgerInnen.



Bedeutung der Ratings in Gesetzen verringern!
Die europäische und nationale Gesetzgebung hat – ebenso wie die Europäische Zentralbank – dazu beigetragen, den Entscheidungen von Ratingagenturen ein völlig übermäßiges Gewicht zu verleihen. Durch das internationale Abkommen Basel II wurden den Ratingagenturen quasi-behördliche Aufgaben übertragen: Deren Urteile wurden zum gesetzlichen Maßstab für institutionelle Anleger (z.B. Pensionskassen oder Fonds). Neben den demokratiepolitischen Bedenken sprechen vor allem die Erfahrungen und potentiellen Interessenkonflikte gegen eine solche quasi-behördliche Rolle der Ratingagenturen. Externe Ratings sollten daher aus den einschlägigen Gesetzesmaterien ebenso herausgenommen werden, wie aus Veranlagungsbestimmungen. Ratings und Ratingagenturen sollen selbstverständlich nicht verboten – aber wieder auf ihre ursprüngliche Dienstleistungsrolle reduziert werden.


Verantwortung der EntscheidungsträgerInnen stärken!
In den letzten Jahren vor der Finanzkrise haben Banken, Unternehmen und auch öffentliche Einrichtungen ihre Verantwortung bei Veranlagungsgeschäften an die Ratingagenturen ausgelagert und ihnen blind vertraut. Dadurch wurde die Rolle der Ratingagenturen immer stärker, ihre Urteile wurden von privaten Meinungen zu Entscheidungen mit kollektiv-verbindlichen Auswirkungen. Es entstand eine Kultur der kollektiven Verantwortungslosigkeit. Die Risikoabschätzung ist ureigenes Kredit- und Veranlagungsgeschäft und soll nicht zur Gänze auslagerbar sein. Geschäfte, deren Risiko nicht von einem professionellen Anleger selbst abschätzbar ist, sollten von diesem auch schlichtweg nicht getätigt werden dürfen. 


Interessenkonflikte reduzieren!
EmittentInnen von bewerteten Finanzprodukten suchen sich für ihre Ratings jene Agenturen aus, von denen sie auch gute Ratings bekommen. Die Ratingagenturen sind allerdings von den Gebühren der EmittentInnen abhängig, die für das Rating zahlen. Somit wohnt dem derzeitigen System ein massiver Interessenkonflikt inne. Um diesen zu vermeiden, müssen die Ratingmethoden und -modelle der Agenturen strikt überwacht und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Außerdem müssen auch alternative Zahlungsmodelle geprüft werden. 


Marktkonzentration bekämpfen!
Die absurd hohen Umsatzrenditen der großen drei Ratingagenturen (plus 40 Prozent) zeugen von einer unglaublichen Marktdominanz. Der weitere Ausbau dieser Oligopolstellung muss bekämpft werden. Nicht zuletzt braucht es umfangreiche und für KonsumentInnen anwendbare Haftungsregelungen für Ratingagenturen, die auch wirksam genug sind, um die großen Drei bei Fehlentscheidungen zur Rechenschaft ziehen zu können.


Transparenz schaffen!
Glaubwürdige und verantwortungsbewusste Ratings brauchen ein Höchstmaß an Transparenz. Die Beurteilung von Staaten hat außerdem viel heftigere Auswirkungen für die BürgerInnen in einem Staat als das Rating von Unternehmen. Daher müssen Länderratings und Ratings von Unternehmen von gänzlich unterschiedlichen Faktoren abhängen. In diesem Zusammenhang sollen auch die Leistungen und Fehlleistungen der Ratingagenturen öffentlich zugänglich gemacht werden. Ein öffentliches Register könnte dazu führen, dass Ratings nach der Performance der Agentur vergeben werden, und nicht nach ihrem Marktanteil. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen Doppelratings sind ebenfalls eine Methode, um den Einfluß einzelner marktdominierender Agenturen zurückzudrängen. 


Unabhängige Gegengewichte schaffen!
Langfristig ist die Schaffung einer unabhängigen europäsichen Ratinagentur ein wichtiger Schritt, um die Fehler im System zu korrigieren. Eine solche Agentur könnte Informationsdefizite ausgleichen, für Transparenz und Verantwortung sorgen und sich an den Bedürfnissen der Öffentlichkeit und nicht an den Bedürfnissen der EigentümerInnen orientieren.   



Unterstützen Sie unsere Kampagne und wenden Sie sich direkt an die großen Ratingagenturen und europäischen EntscheidungsträgerInnen.



Quelle: stopratingagencies.eu 
















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