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Samstag, 14. März 2015

3 Pfeile


Am Anfang der Sozialdemokratie stand die rote Nelke als indirektes Sonnensymbol.
In der Zeit des Kampfes gegen die Nationalsozialisten wurden die drei Pfeile
verwendet, die eines der ersten Parteisymbole waren, die von einem externen
Werbeberater entworfen worden waren. Ihr Sinngehalt war die Zerstörung des die
Arbeitermassen anziehenden Hakenkreuzes.
Die drei nach links unten weisenen Pfeil
im Ring hielten sich bis lange nach dem zweiten Weltkrieg. Sie wurden dann -
ähnlich wie bei der ÖVP - vom Schriftzug "SPÖ" abgelöst.

Parallel zu einer Phase des Einsatzes von Orange in Deutschland verwendete auch
die SPÖ diese Farbe. Damit sollte der evolutionäre Charakter des demokratischen
Sozialismus betont werden. Unter ihrem Vorsitzenden Viktor Klima (1997-2001)
wurde wieder auf das ursprüngliche "revolutionäre" Rot zurückgewechselt, wie das
auch bei der SPD der Fall gewesen war.
Damit wird offiziell ausgedrückt, dass sich die auch die heutigen Sozialdemokraten als die "Roten" verstehen.

(Peter Diem)


Symbol für den Kampf der Arbeiterbewegung gegen Faschismus, Klerikalismus und
Kapitalismus (auch: gegen Faschismus, Kapitalismus und Reaktion)

Das Zeichen der drei Pfeile symbolisiert den Kampf der sozialdemokratischen
Arbeiterinnen und Arbeiter und Sozialistinnen und Sozialisten gegen Faschismus,
Klerikalismus und Kapitalismus bzw. gegen die Reaktion im Allgemeinen, wobei der die
Pfeile umschließende Kreis die Einheit der Bewegung und der Partei bezeichnet.

Nachdem die Nazis in den frühen Zwanzigerjahren das Hakenkreuz eingeführt hatten,
wurde auch seitens der Sozialdemokratie ein eigenes strategisches und
propagandistisches Kampfabzeichen erwogen, das sich dem verhassten Symbol der Nazis entgegenstellen ließ. Die drei Pfeile gehen dabei auf den Entwurf des im deutschen
Exil lebenden russischen Psychologen Sergej Tschachotin zurück, der sie – durchaus
mit massenpsychologischen Erwägungen – auf der Sitzung des Propagandaausschusses der deutschen Sozialdemokratie 1932 vorstellte.

Am 8. August 1932 beschloss der Parteivorstand der SDAP auf Vorschlag von Otto Felix
Kanitz die drei Pfeile als politisches Symbol zu übernehmen. Es wurde von Bewegung
begeistert aufgenommen. In den Jahren des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus wurden die drei – nach unten gerichteten – Pfeile auch zum Widerstandssymbol der revolutionären Sozialisten.

Dabei weisen die Pfeile von rechts oben nach links unten, weil der "klassenbewusste
Arbeiter" – wie Genosse Eduard Lindner aus Krems in der Arbeiterzeitung vom 2. Jänner
1933 festhielt – „hoch über dem bürgerlichen Sumpf hinausragt … [und das Bürgertum]
nur in den Niederungen der Menschheit zu suchen ist.“

Nach der wichtigen Rolle, welche die drei Pfeile im Widerstand spielten – nicht selten
sah man ein mit drei Pfeilen von oben her durchbohrtes Hakenkreuz – erweiterte sich
ihre Interpretation nach 1945, da sie nun auch für die Einheit der industriellen,
landwirtschaftlichen und geistigen Arbeiterinnen und Arbeiter standen. Nach dem
mörderischen Regime des Dritten Reiches wurden die drei Pfeile zum offiziellen
Widerstandszeichen der SPÖ.

(Alessandro Barberi)


Drei Pfeile. Was künden die drohenden Drei?
Wir wollen es schaffen: Die Menschheit sei frei!
So treffe des ersten gesammelte Kraft
den Kapitalismus, der aussaugt und rafft;
denn wird nicht der uralte Erzfeind gefällt,
bleibt uraltes Unrecht die Geißel der Welt.

Drei Pfeile. Was künden die drohenden Drei?
So schlage des zweiten geballte Gewalt
den Schädling Faszismus in jeder Gestalt,
den Götzen der über die Völker sich setzt,
im Innern sie knechtet, nach außen verhetzt.

Drei Pfeile. Was künden die drohenden Drei?
Wir wollen es schaffen: Die Menschheit sei frei!
So jage des dritten vernichtende Wucht
das finst´re Gespenst Reaktion in die Flucht;
wo immer es auftaucht, ein Hemmnis dem Licht,
dort halte der dritte der Pfeile Gericht.
Kapitalismus, Faschismus, Reaktion;
schlaget die drei und die Menschheit ist frei!
(Karl Schneller - Parteitag 1932)





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