Follow by Email

Dienstag, 28. Februar 2012

Ein fundamentaler Denkfehler !!!

Sozialpolitisch ist das Ganze ein Skandal, volkswirtschaftlich nutzlos, konjukturpolitisch Gift, versicherungsmathematisch grenzt es an legalen Betrug und nun stimmen nicht einmal die demographischen Grundannahmen:

Die Rede ist von den privaten Renten!

Zur Abmilderung demographischer Belastungen sind Kampagnen zur privaten Altersvorsorge ohnehin sinnlos.
Ihnen liegt ein fundamentaler Denkfehler zugrunde:

- Zwar sind für den Einzelnen Ersparnisse fürs Alter sinnvoll; doch als kollektive, vom Staat vorangetriebene Strategie geht sie ins Leere.
- Jede Gesellschaft hat zu jedem Zeitpunkt mit der Arbeit der Arbeitsfähigkeiten die kinder und die Alten zu versorgen und deren Zahl ändert sich nicht durch Ersparnisse welcher Art auch immer.
- Ob der Lebensunterhalt der alten Menschen als Renten, Zinsen, Dividenden oder Sozialhilfe ausgezahlt wird - es bleibt dabei, dass die jeweils jetzt Arbeitenden auch die zu diesem Zeitpunkt gebotene Altersversorgung erbringen.
- Pflegeleistungen kann man nicht speichern und ansparen, Lebensmittel auch kaum. Letztlich gibt es immer nur ein Umlageverfahren, eine Umverteilung von den jetzt Arbeitenden zu den Kindern und den Alten.
- Die Folgen einer alternden Bevölkerung können nicht durch den Wechsel des Finanzierungsverfahrens gelöst werden.

Im Klartext:
Eine mindestens so schwere Bürde wie die erwartende demographische Alterung sind heute die hohe Arbeitslosigkeit und die von ihr mitverursachten Frühverrentung.

Zudem haben sich die Löhne im letzten Jahrzehnt miserabel entwickelt.

Würde die Einkommensverteilung normalisiert, d.h. vor allem, nicht die Gewinne einstecken und die Verluste sozialisieren, stiege also der Lohnanteil am Volkseinkommen wieder auf das Niveau zu Beginn dieses Jahrhunderts, so würde damit auch die demographische Belastung des Rentensystems gewaltig gemildert!


Auszüge aus:
Lobby-Kunst und Renten-Gau
von Stefan Welzk
in "Blätter für deutsche & internationale Politik"; 2/12

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen