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Samstag, 31. Dezember 2016

Staaten unter Druck

Über die Finanzkrise wird heute in den Medien zumeist als "Staatsschuldenkrise" gesprochen, weil die Schulden der Staaten in Relation zu ihrer Wirtschaftsleistung (BIP) stark angestiegen sind.
Wichtig ist in dem Fall allerdings genauer hinzusehen, warum die Staatsschulden gestiegen sind. Die Kombination aus sinkenden Einnahmen und den Ausgabenerhöhungen für die Abstützung der Konjunktur und die Einrichtung von
Bankenrettungspaketen sind die wichtigsten Faktoren für die Finanznot der Staaten (Flassbeck 2012).
Die Entwicklung der Staatsschulden in der unten stehenden Grafik zeigt den Anstieg der Staatsschulden seit Beginn der Krise.



















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Die Staatsschulden waren (in Relation zur Wirtschafts-leistung) bis zum Ausbruch der Krise in der ganzen Eurozone rückläufig !!!
Erst die Krise und die damit verbundenen Steuerausfälle und Rettungspakete verursachten einen massiven Anstieg der Verschuldung der europäischen Staatshaushalte.
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Es wurde versucht, der Abwärtsspirale der Gesamtwirtschaft durch wirtschaftspolitische Impulse entgegenzuwirken. Die zusätzliche Verschuldung hatte in Kombination mit den schlechten Wirtschaftsdaten besonders in Südeuropa auch Auswirkungen auf die Bonität-Ratings der Staaten und damit auf den Zinssatz zur Refinanzierung des Staatshaushaltes.
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Quellen
1 - Eurostat Government Statistics (2012): General government gross debt statistics, 5/2012.
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2 - Flassbeck, H. (2012): Zehn Mythen der Krise, Berlin.
Die Turbulenzen um Banken, Staatsschulden und den Euro verwirren Politiker, Journalisten und Bürger – es hat den Anschein, als sei Hysterie ein Rohstoff der Kasinoökonomie. Dabei sind viele Mythen in Umlauf: Wird Deutschland zum Zahlmeister Europas? Leben wir wirklich über unsere Verhältnisse? Oder hat die Krise ganz andere, komplexere Ursachen? Heiner Flassbeck wirft einen anderen und provokanten Blick auf das ökonomische Desaster, welches Europa in Atem hält !

3 - Stiglitz, J. (2012): The price of inequality - How todays divided society endangers our future. New York: Norton.
Die Ungleichheit in der Welt nimmt zu: Immer weniger Menschen häufen immer größeren Reichtum an, während die Zahl der Armen wächst und die Mittelschicht vom Abstieg bedroht ist. Welche Risiken das dramatische Gleichheitsgefälle für unsere Gesellschaft birgt und wie wir ihm am besten begegnen, zeigt Nobelpreisträger Joseph Stiglitz eindrücklich in seinem neuen Beststeller.
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Die Schere zwischen Arm und Reich wird größer, daran konnte auch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise nichts ändern – im Gegenteil. Politik und Wirtschaft scheinen selbst in der Krise immer einseitiger den Interessen der Superreichen zu folgen, während es vielen Menschen zunehmend schlechter geht. Besonders drastisch lässt sich diese Entwicklung in den USA erkennen.
Doch die wachsende Ungleichheit hat ihren Preis, wie Joseph Stiglitz in seinem neuen Buch zeigt. Sie behindert Wirtschaft und Wachstum, führt zu weniger Chancengerechtigkeit und korrumpiert Justiz und Politik. Deswegen ruft Nobelpreisträger Stiglitz dazu auf, die zunehmende Ungleichheit in unseren Gesellschaften nicht einfach hinzunehmen, sondern Wirtschaft und Politik so zu reformieren, dass der Wohlstand wieder gerechter verteilt ist.

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4 - Jahoda Bauer Institut
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... siehe weiters unter:
http://www.diekriseverstehen.net/
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